Vorsicht: Datenschutz bei online-Tennisplatz-Buchungssystemen

Einzelne Vereine befassen sich wohl mit der Einführung digitaler Tennisplatz-Buchungssysteme.

Aber Vorsicht, wenn diese Systeme online bedient werden können.

Man mag generell darüber streiten, ob es dem Clubleben zuträglich und sinnvoll ist, wenn man, ohne auf der Tennisanlage anwesend zu sein, die Möglichkeit hat, Plätze „online“ Stunden oder gar Tage vorher zu blockieren… Das mag in kommerziellen Hallen nützlich sein. Aber eigentlich braucht man kein Prophet zu sein, wenn man sich einfach die Auswirkungsfrage stellt und menschliche Verhaltensmuster kennt. Wir wissen von Negativ-Erfahrungen von Nutzern, die im Interesse der Clubharmonie und unnötigen z.B. „Zwei-Klassen“ Diskussionen der Mitglieder (hier gibt es z.B. die Spezies der „Cliquenbucher“…), diese Buchungsmethode wieder abgeschafft haben.

Im Hinblick auf die Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) sind diese online-Buchungen kritisch zu betrachten. Abmahnspezialisten durchforsten gerne das web auf der Suche nach Verstößen. Das kann teuer werden.

Soweit diese digitalen Buchungssysteme auf der Tennisanlage herkömmliche Reservierungsmethoden ersetzen, man dort eine Platzreservierung eingibt und die Namen der Bucher nur den im Club anwesenden Mitgliedern angezeigt werden, ist dies rechtlich unbedenklich.

Sobald aber online die Namen der Bucher für nicht auf der Anlage Anwesende sichtbar sind, liegt bereits ein Verstoß vor. D.h., dass man „von zu Hause“ aus nicht sehen darf, wer wann im System gebucht hat. Hier wäre das schriftliche Einverständnis aller Mitglieder zur Veröffentlichung des Namens und der damit verbundenen Nachverfolgbarkeit der Spielzeiten erforderlich.

Unbedenkliche Möglichkeit wäre eine mit z.B. „gebucht“, ohne Namenszusatz gekennzeichnete Platzreservierung.

Bitte beachten Sie ggf. im eigenen Interesse diese Hinweise.

(Diese Informationen basieren auf Recherchen und Gesprächen mit verschiedenen Rechtsanwälten.)